A ton Étoile



under the light
and under shadows
in silence
if you're looking for shelter
inaccessible
know that it isn't far away

and

that we're shining there

To your star



Und ich weine ein wenig.
Weil es dich gab.

Weißt du, ich hörte dich, wenn du alleine warst und im Schlaf schriest. Ich war damals bei dir, als du den Vorhang mit den Sternen zur Seite schobst und das Fenster öffnetest und deine Augen zum Mond hinauf richtetest. Ich war bei dir, blickte in dein Gesicht.

Weißt du, ich saß genau an der Stelle im nassen Gras, an der ich im richtigen Winkel die Spur matten Lichts der reflektierenden Tränen auf deinen Wangen sehen konnte. Die Tränen, die du nicht mit der Hand abwischtest. Mit der Hand, die du nach draußen gen Himmel strecktest und aus deren Fläche die schwarzen Tropfen fielen, die, die nur ich wahrnahm, die, die das Mondlicht nicht spiegelten, die, die hinab in die Spitzen der Gräser gefallen und vergessen worden sind.

Weißt du, ich war damals bei dir, saß im Gras und spürte die Schnitte in meinem Herzen und schloss irgendwann die Augen und lauschte auf deinen Atem, den ich doch nicht hören konnte.

Weißt du, damals, als du im Schlaf schriest, weil du dachtest, du seiest alleine – damals war ich ganz nah bei dir und saß im Gras und am nächsten Morgen war mir kalt und ich hustete den ganzen Tag.
Weißt du, ich legte meinen Kopf in den Nacken, ganz langsam, und blickte zu den Sternen hinauf und wartete auf dich, doch du kamst nicht.

Aber doch lächelte ich leise, weil es dich gab.

Weißt du...ich war froh, dich dort zu wissen, hinter dem Fenster, nicht bei mir aber doch so nahe, dass ich denselben Stern wie du ansehen konnte, dieses Leuchten, das mir irgendwann in die Augen ätzte wie Flammen auf meiner Haut, kleine Flammen, wie die des Streichholzes, das ich entzündete, immer wieder, wenn ich in der Dunkelheit lebte und Licht sehen wollte.

Weißt du, ich wollte dich gerne küssen, so wie du warst und deine im Mondlicht so blass erscheinende Hand an meine Wange drücken, damit das Blut nicht mehr fließt, nicht mehr zwischen uns hindurch und du weißt, dass ich bei dir bleiben werde.

Weißt du, ich wollte immer bei dir bleiben.

Weißt du, ich saß dort im Gras und du standest am Fenster und ich hörte dich des Nachts leise schreien, weil du dachtest, du seiest alleine…

 

~*~

 

little sisters of my nights
i missed all that
when you knew the face
of someone other than me
k
now that I won't forget, but that things get erased

To your star


Es ist spät und ich sitze im Gras, direkt an der Wurzel, unter dem Märchenbaum, an die harte Rinde gelehnt, und blicke im schwindendem  Licht auf die grünen Blätter.

…Von denen ich weiß, dass sie bald braun sein werden und dann fallen, fallen, fallen.

Fliegen und dann fallen. Und die Hand. Meine Hand.

…Tastet blind neben mich und ich umkralle die Luft, treffe mit  meinen Fingernägeln doch nur die nackte Haut und grabe sie tief hinein.

…Meine Nägel in meine Handfläche und denke an den Tag, an dem dort keine Luft war, sondern sie, nur sie und wir saßen oben auf dem höchsten Ast und blickten auf die Welt.

Wenn es dann dunkel ist und die Sterne irgendwann durch die Blätter hindurchleuchten und ich den Mond sehe, frage ich mich, wo sie ist.

…Die Schwester meiner Nächte, mit der ich doch hier saß und ihre Hand hielt. Ihre Hand. Nicht meine. Nicht meine Hand.

…Meine Hand, die die Rinde umkrallt und den Schmerz doch eigentlich gar nicht mehr spürt.

Und wenn der Mond versunken ist und die Kälte durch die Gräser kriecht und keine Schritte auf dem Weg erklingen!

…Dann schließe ich meine Augen und in mir taucht ihr Bild auf, wie sie lacht, ein heimlicher Schnappschuss, unbemerkt aufgefangen und in meiner Seele eingebrannt.

Nur ein Bild.

…Das mich glücklich macht, obwohl ich doch weiß, dass nicht ich es bin, für die sie lachte.

Und wenn die Sterne fort sind, verblassen auch die Träume.

Was bleibt, ist die Realität.

Andere Gesichter, andere Welten, ein Märchenbaum, dessen Zweige langsam brechen und nur ich sitze darunter und warte, wissend, dass sie weiß, dass ich nicht vergesse, nicht vergessen –

…kann.

Doch manchmal verschwinden Märchen ganz einfach und niemand wird sich je wieder an sie erinnern.

~*~

 always on horizon
stars that are inclined
since we don't have a choice

we remain with the heart
you can spit or even laugh, and you must do so



Wenn man hinauf zum Himmel schaut, mag man vielleicht irgendwann einmal einen Stern sehen. Denn Sterne verschwinden nicht, niemals. Sie sind immer da, nur manchmal kann man sie nicht sehen. Sie sind eingebrannt in das Firmament des Horizonts. Jedoch, die Welt dreht sich weiter. Sterne wandern. Oder die Menschen wandern, man weiß es nicht.

Es gibt keinen Pfad, der sich nicht gabelt. Es gibt keine Möglichkeit, den anderen Weg einzuschlagen, wenn man erst einmal den einen gewählt hat.

Träume nützen nichts, nicht einmal Erinnerungen, denn sie verblassen irgendwann. Die Hoffnung, den Weg zurückzugehen und wieder das vorzufinden, was einmal war, ist nicht mehr als eine Illusion.

Es gibt keine Wahl mehr, die Herzen mögen an den Sternen hängen und vielleicht lachen wir. Oder wir schreien. Oder wir weinen. Es ist alles das Gleiche.

To your star!

Für meinen Stern.

To happiness!

Sich im mit ausgebreiteten Armen im Kreise drehen und lachen, die Zweifel ignorieren, bis ich stolpere.

To beauty of dreams!

Des Nachts, in völliger Dunkelheit, von dir träumen.

To melancholy!

Weinen.

To the hope that holds us!


Dem Rauschen der Bäume lauschen und dem Flüstern der Sterne – hoffen, eines Tages mit dir hier zu sein, lächeln bei der Erinnerung, dass es einst so war.

To the health of fire!

Ein Streichholz, das die Wunden heilt und Licht in die Dunkelheit wirft.

And of the flame

Feuer, tanzende Flammen, die das Holz zerfressen. Ein Baum, schon längst gefällt. Ein Fenster, vor langer Zeit zerfallen.

…to your star.


Der Gedanke an einen kleinen Stern, der alles zusammenhält.

Und was bleibt, ist die Erinnerung an die Zeit, in der wir lachten.

31.8.08 22:46

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